Der Begriff Schule
Müßiggang oder Freizeit war die ursprüngliche Begriffsbedeutung des lateinischen Wortes schola, erst später wandelte sich die Definition des Ausdrucks und aus dem Nichtstun wurde das Studium. Wissenschaftlich findet der Terminus in den Begriffen der philosophischen oder der theologischen Schule Anwendung. Damit wird die Zusammenarbeit ähnlich orientierter Wissenschaftler oder auch das Befolgen einer bestimmten Arbeitsweise oder eines vorgegebenen Denkmusters, aber auch das Vertreten der selben wissenschaftlichen oder philosophischen Theorie bezeichnet. In der Kunst ist mit dem Wort Schule oft eine ähnliche oder gleiche Stilrichtung verschiedener Künstler gemeint. Nicht zuletzt definiert dieser Begriff die Institution, in der Lehrer ihren Schülern Wissen und Können vermitteln. In jedem Fall steht die Bezeichnung Schule für das Lernen von bestimmten Fähigkeiten, Fakten und Werten sowie das Erlangen von Bildung.
Die Ziele der Schule
Die Institution der Schule hat nicht nur einen Bildungsauftrag zu erfüllen, sondern auch gesellschaftliche Aufgaben. Erziehung zu Verantwortung und zu Umweltbewusstsein sowie Vermittlung kultureller Werte sind als persönlichkeitsbildende Maßnahmen von der Schule ebenso gefordert wie soziale Integration. Durch Veränderungen gesellschaftlicher Rahmenbedingungen unterliegt die Schule ebenso permanenten inhaltlichen Veränderungen wie durch die wissenschaftlichen und technischen Weiterentwicklungen. Nicht nur die Lehrpläne, auch die Lehrmethoden sind einem ständigen Entwicklungsprozess unterworfen, um dem Wachstum an Wissen sowie dem gesellschaftlichen Wandel gerecht zu werden.
Die Schulpflicht
In Deutschland sowie in Österreich gilt grundsätzlich die, durch den Staat vorgeschriebene Vollzeitschulpflicht bis zum Abschluss des neunten oder zehnten Schulbesuchsjahres. Daraus ergibt sich nicht nur die gesetzlich geregelte Pflicht der Eltern, das Kind zur Schule zu schicken, sondern auch die Beschulungspflicht des Staates, jedem schulpflichtigen Kind den Besuch einer öffentlichen Schule zu ermöglichen. Die Schule bekommt hiermit noch zusätzlich die Aufgaben der Selektion und Legitimation. Der Nachweis des Besuchs einer bestimmten Schule oder ein bestimmter Schulabschluss nimmt ebenso Einfluss auf die Weiterbildungsmöglichkeiten wie auf die soziale Position. Die USA und Australien, aber auch Frankreich, Dänemark, Großbritannien und die Schweiz erlauben selbstständiges Lernen oder Hausunterricht, in diesen Ländern besteht eine Bildungs - oder Unterrichtspflicht, die aber auch ohne Schulbesuch erfüllt werden kann. In den Entwicklungsländern ist das niedrige Bildungsniveau der Durchschnittsbevölkerung auf das Fehlen eines funktionierenden Schulsystems zurückzuführen, viele Netzwerke und Entwicklungshilfeorganisationen bemühen sich, hier Abhilfe zu schaffen. Aber ob Kolonial - oder Einheitsschule, Grund- oder Realschule, Waldorf- oder Abendschule, ob Hauptschul- oder Hochschulabschluss : in der Schule des Lebens - wie schon im 15. Jahrhundert Königin Christine von Schweden wusste - bleiben wir alle immer Schüler.